Unser Vorstandsmitglied Katharina Jones mit einem neuen Beitrag in „Meine Stimme Für Lichtenberg“:
„Unsere Gesellschaft wird weiter vielfältiger werden, das wird auch anstrengend, mitunter schmerzhaft sein. Unser Zusammenleben muss täglich neu ausgehandelt werden.“ – so äußerte es Aydan Özoguz feierlich am 19.09.2015.
Und wir sehen täglich, dass sie damit Recht behalten sollte.
So erst am Sonntag in unserem eigenen Bezirk. In einem Mietshaus in der Lincolmnstraße in Friedrichsfelde kam es trotz eines Grillverbots für alle Mieter immer wieder zu einem groß angelegten Grillen mit Stühlen und Tischen einer rumänischen Familie, was den Ärger der anderen Nachbarn erregte. Darunter auch der Mieter Steven K., 36 und Vater einer 3 Monate alten Tochter. Die Rauchschwaden zogen jedes Mal ins Zimmer seines Babys.
Am letzten Sonntag, dem 03.05.2026, sollte sich das Geschehen wiederholen. Ganze zwei Mal wurden wieder Tische, Stühle und Grill in den Hof gebracht, Steven K. wies sie jedes Mal auf das Grillverbot hin. Als die Familie es ein drittes Mal versuchte, rief Steven K. die Polizei. Diese riet ihm noch, sich „zu seiner eigenen Sicherheit“ in die Wohnung zurückzuziehen. Hätte er sich mal daran gehalten, denn die Situation eskalierte. Einer der Mieter rief seine Familie dazu (ein weiterer Mann, eine Frau und ein Kind). Daraufhin wurde Steven K. von den beiden Männern mit Pfefferspray ins Gesicht gesprüht und brutal zusammengeschlagen. Sie traten noch auf ihn ein, als er schon am Boden lag und hörten erst auf, als sie von anderen Mietern in die Flucht geschlagen wurden. Der Malträtierte kam mit vielen Hämatomen und einer ausgekugelten Schulter ins Krankenhaus, er muss auch noch operiert werden.
Auch wenn viele es immer noch nicht verstehen wollen, unser Verständnis von einer Gesellschaft, die auf Regeln, Gesetzen und gegenseitiger Rücksichtnahme basiert, wird nicht von jedem geteilt. Ebenso ist die deutsche Wertsetzung auf gewaltfreie Kommunikation längst nicht überall verbreitet.
Wir haben aus falsch verstandener Toleranz und Angst vor Rassismuskeule keine Parallel-, sondern Diametralgesellschaften herangezüchtet.
Wenn man wegen jeder Meinungsverschiedenheit die Polizei rufen muss, weil man Gefahr läuft, zusammengeschlagen oder gar getötet zu werden – wie man es in Zügen und an Bahnhöfen auch schon erlebt – dann leben wir in einer Gesellschaft geprägt von Angst, Misstrauen und Argwohn. Eine funktionierende Gesellschaft basiert mindestens auf zivilisatorischen Mindestandards und Konsens über die grundlegendsten Regeln einer Gemeinschaft. Worin wir uns inzwischen befinden, ist das Gegenteil von Vielfalt und Multikulti. Es sind Isolation, Verrohung und Abschottung.
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