In der Rubrik „Meine Stimme Für Lichtenberg“ meldet sich heute zu Wort Tavaris Jones:
Ich würde mich selbst als einen sehr zynischen Bürger bezeichnen, der Berlin oft als einen einzigen Zirkus wahrnimmt. Doch wenn ich mir diese Clownshow des Berliner Senats ansehe und das fatale Missmanagement rund um den Stromausfall, der rund 45.000 Haushalte mit etwa 100.000 Menschen in der kältesten Zeit des Berliner Winters traf, bleibt selbst mir das Lachen im Hals stecken.
Am vorletzten Samstagmorgen wurde von der linken „Vulkangruppe“ ein Brandanschlag verübt, bei dem die Verbindung vom Heizkraftwerk Lichterfelde im Südwesten der Stadt beschädigt wurde. In der Folge waren rund 45.000 Haushalte sowie über 2.000 weitere Unternehmen ohne Energieversorgung.
Der Südwesten Berlins lag vollständig im Dunkeln: Familien ohne Heizung, ältere Menschen ohne warmes Wasser, Unternehmen und Geschäfte ohne Strom, Straßen und ganze Nachbarschaften ohne Licht. All das wäre nicht einmal annähernd so dramatisch gewesen, wenn der von CDU und SPD geführte Senat nicht durch seine Inkompetenz noch zusätzlich Öl ins Feuer gegossen hätte. Die Bezirke waren auf einen Blackout offensichtlich nicht vorbereitet, Information und Koordination waren mehr als dürftig.
Während die Verlegung von rund 200 Asylbewerbern aus einem Wohnheim in eine andere Unterkunft innerhalb weniger Stunden problemlos organisiert werden konnte, mussten Rentner und Pflegeheime selbst sehen, an wen sie sich wenden. Viele waren gezwungen, eigenständig nach einem warmen und sicheren Aufenthaltsort zu suchen.
Selbst in Rathäusern standen nur begrenzt Feldbetten zur Verfügung, da die Heizungsanlagen etwa im Rathaus Zehlendorf oder im Sportcenter am Hüttenweg nicht für so viele Menschen ausgelegt waren. Auf die Frage, warum die Reparaturarbeiten so lange dauerten, antwortete Vizebürgermeisterin Giffey (SPD) ernüchtert, dass es Plusgrade benötige, um ein derart spezielles Kabel verbauen zu können.
Randnotiz: In einem nicht ganz so ernst gemeintem Instagram-Kommentar las ich, dass China in derselben Zeit ein Kraftwerk errichten könnte… ein Witz, der mich trotz allem sehr schmunzeln ließ.
Vom CDU-Bürgermeister Kai Wegner hörte man zunächst nichts. Später erklärte er, er habe sich zu Hause eingeschlossen, um im Homeoffice den Krisenstab zu koordinieren und die ernste Lage zu überwachen. Wenig später räumte er jedoch ein, am Samstag zunächst gemütlich Tennis gespielt zu haben, während die Bürger Berlins versuchten, die Situation zu bewältigen. Sein anschließender Versuch einer typischen PR-Aktion mit Fotos besorgter Bürger ging gründlich nach hinten los:
Frustrierte Anwohner äußerten ihm gegenüber offen ihre Fassungslosigkeit und auf die kritischen Fragen, mit denen er konfrontiert wurde, fand er keine überzeugenden Antworten. Im Grunde waren die Bürger weitgehend auf sich allein gestellt und nahezu vollständig auf die Hilfe von Familie, Freunden und Nachbarn angewiesen, wenn sie eine warme Unterkunft benötigten. Die zuständigen Ämter hatten sich offenbar zu lange auf sorglose Zeiten verlassen und sind in Fragen des Katastrophenschutzes völlig eingerostet und unvorbereitet.
Man sollte sich ernsthaft fragen, auf wen man sich im Ernstfall wirklich verlassen kann. Während die AfD Hilfe leistete und gemeinsam mit der Landesvorsitzenden Kirstin Brinker mit einem alten Feuerwehrfahrzeug im Schnee warmes Essen an Betroffene verteilte, kam der Senat auf die glorreiche Idee, Hotelunterkünfte zu organisieren. Dort sollten frierende Bürger großzügigerweise 70 Euro pro Nacht zahlen… Hey, immerhin ohne City-Tax. Natürlich erst, nachdem sie hinterher einen Antrag eingereicht haben, um das Geld dann Wochen später erstattet zu bekommen.
Das i-Tüpfelchen an der ganzen Sache dürfte kaum einem Berliner entgangen sein:
Am Mittwoch, den 7. Januar, um 9:30 Uhr ging eine Warnmeldung zum Blackout an alle Berliner Handys. Der von CDU und SPD geführte Senat benötigte also volle vier Tage, bis jemand auf die Idee kam: „Ach ja, Teile Berlins sind komplett ohne Strom… vielleicht sollten wir das den Berlinern mitteilen.“
Abschließend gäbe es eigentlich noch viel mehr zu sagen. Stattdessen erscheint es mir angemessener, den größten Dank all jenen Bürgern auszusprechen, die sich ohne zu zögern aufgeopfert haben, um Alten und Schwachen zu helfen. Ebenso gilt mein Dank der Polizei, der Feuerwehr und den Soldaten, die alles Notwendige getan haben, um Recht und Ordnung aufrechtzuerhalten und Sicherheit zu gewährleisten.
Wir können uns letztlich glücklich schätzen, dass dieser Stromausfall einen vergleichsweise kleineren und weniger dicht besiedelten Teil Berlins mit „nur“ rund 100.000 Einwohnern getroffen hat. Hätte ein solcher Blackout – kombiniert mit der offensichtlichen Inkompetenz des Senats und der ihm unterstellten Ämter – ganz Berlin mit seinen 3,9
Millionen Einwohnern betroffen, wäre die Situation ungleich gefährlicher geworden und vermutlich deutlich dramatischer ausgegangen.
Quellen:
https://www.berlin.de/sen/web/presse/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1629952.php
https://de.wikipedia.org/wiki/Brandanschlag_auf_das_Berliner_Stromnetz_2026